Verständlich bleiben und Domweih verlängern / Podiumsdiskussion zur Bundestagswahl behandelt einen bunten Strauß an Themen

Die Kandidaten für die Bundestagswahl im Landkreis Verden-Osterholz (v.l.n.r.) Herbert Behrens (Die Linke), Monika Geils (Bündnis 90 / Die Grünen), Christina Jantz-Herrmann (SPD) und Andreas Mattfeld (CDU)„Politik ist manchmal gar nicht kompliziert“  – zu diesem Schluss kam nicht nur Herbert Behrens, Bundestagskandidat für „Die Linke“ im Landkreis Verden, sondern auch die zahlreichen Gäste der Podiumsdiskussion zur Bundestagswahl. An diesem Abend ging es nämlich nicht darum, dass sich die einzelnen Parteivertreter ihre jeweiligen Wahrheiten um die Ohren hauen, sondern  vor allem darum, dass Politik für alle verständlich ist.

Eingeladen hatte die Trägergemeinschaft der Behindertenhilfe im Landkreis Verden. Ihr gehören neben der Lebenshilfe im Landkreis Verden auch  die Stiftung Leben und Arbeiten, die Stiftung Waldheim, der Hof Meyerwiede, die Lebenshilfe Rotenburg-Verden und die Tragende Gemeinschaft Schafwinkel an. Bereits im zehnten Jahr veranstaltet sie vor Bundes-und Landtagswahlen eine Podiumsdiskussion mit allen Spitzenkandidaten. An diesem Abend stellten sich Andreas Mattfeldt für die CDU, Christina Jantz-Hermann für die SPD, Monika Geils von Bündnis90/ Die Grünen sowie Herbert Behrens von der Linken den Fragen von Menschen mit Behinderung.

Das Besondere dieses Abends brachte Moderator Jens Hogrefe auf den Punkt: „Politiker müssen kurz und verständlich bleiben und diese Regeln sind streng einzuhalten.“ Genau zwei Minuten bekam jeder Politiker pro Statement oder Antwort und ein großer Wecker verkündete lautstark, wenn das Ende dieser Zeit erreicht war.

Nachdem die Regeln des Abends geklärt waren, sprach Landrat Peter Bohlmann ein Grußwort. Er freute sich sichtlich über das rege Interesse, das vielleicht dazu beitrage, Einschränkungen im Wahlrecht zu überdenken. Worauf er anspielte, erklärte er gleich danach: Menschen, die in allen Bereichen unter gesetzlicher Betreuung stehen, dürfen in Deutschland nicht wählen. Er sei „gespannt auf viele Fragen“, betonte der Landrat. Und die kamen auch, nachdem die Kandidaten in den ersten beiden Durchgängen zunächst sich und anschließend die Programme ihrer Parteien vorstellen durften.

Eine der wichtigsten Fragen war da natürlich: Was machen Sie für Behinderte? Andreas Mattfeldt betonte dazu quasi stellvertretend für das gesamte Podium, dass allen Parteien die Menschen mit Behinderungen am Herzen liegen und das Entscheidungen oft von allen Parteien, die derzeit im Bundestag vertreten sind, unterstützt würden. Im Verlauf des Abends ging es dann noch um viele weitere Themen, unter anderem um den Umgang mit Flüchtlingen, die ungleiche Einkommensverteilung, mangelnde Straßenbeleuchtung,  zunehmende Angst vor Gewalt und um schwer einschätzbare Geschwindigkeiten von landwirtschaftlichen Fahrzeugen.

Thematisiert wurden aber auch der aktuelle Dieselkonflikt und die angespannte politische Situation zwischen Deutschland und der Türkei. Gefragt, ob man denn weiterhin mit Herrn Erdogan sprechen sollte, forderte der CDU-Mann, eine klare Grenze zu ziehen, ohne die diplomatischen Beziehungen zu beenden. Diesmal schob er die Erklärung gleich nach: „Christina (Jantz-Hermann, d. Red.)und ich sind auch mal ganz unterschiedlicher Meinung und trotzdem reden wir immer miteinander. Manchmal tanzen wir sogar zusammen.“

Die SPD-Politikerin erhielt zum Schluss des Abends noch einen wahrhaft speziellen Auftrag: „Ich würde mir wünschen, dass die Domweih bald zwei Wochen geht“, bat ein Zuschauer. Nach tosendem Beifall aus dem Publikum versprach sie, den Wunsch an geeigneter Stelle vorzutragen, stellte aber auch klar: „Ich kann und darf das nicht entscheiden!“ So wird  Verdens fünfte Jahreszeit im kommenden Jahr wohl erstmal  in gewohnter Länge stattfinden.

  • DSC_8572
  • DSC_8578
  • DSC_8582
  • DSC_8586
  • DSC_8589
  • DSC_8614
  • DSC_8698

Hier finden Sie dieArtikel von Verdener Aller-Zeitung und Verdener Nachrichten zum Thema.