Übernahme aus der Verdener-Aller-Zeitung vom 29.07.2014

„Ich möchte mir vor Ort anschauen, wie Inklusion funktioniert und mit welchen Konzepten man sie umsetzen kann“, erklärte die SPD-Bundestagsabgeordnete Christina Jantz im Gespräch mit Vertretern der Lebenshilfe im Landkreis Verden.

„Ich bin sehr froh, dass ich hier die Möglichkeit habe, mich mit dem Thema zu befassen und sachkundige Menschen treffen kann. Nach der Sommerpause werden wir in Berlin die Diskussion zum Bundesteilhabegesetz forcieren. Wir wollen eine fundierte Debatte führen, damit die Betroffenen am Ende profitieren, „Wir haben im Koalitionsvertrag beschlossen, dass wir die Eingliederungshilfe reformieren und zu einem modernen Teilhabegesetz weiterentwickeln wollen. Ich möchte vor Ort mit den Akteuren sprechen und sehen, wie Inklusion gelingen kann“, so Jantz.

Die Lebenshilfe ist schon lange im Kreis Verden aktiv. Ihr pädagogischer Leiter, Michael Grashorn, erläutert: „Seit 50 Jahren setzen wir uns als Elternverein und Selbsthilfeverband für die uneingeschränkte gesellschaftliche Teilhabe aller Menschen, unabhängig von ihrem individuellen Unterstützungsbedarf, ein. Das wichtigste Ziel des Vereines besteht darin, allen Menschen die Teilhabe zu ermöglichen“.

Mit großem Interesse verfolgte die Bundestagsabgeordnete die Ausführungen zu den Angeboten der Offenen Hilfen der Einrichtung: Der Familienunterstützende Dienst (FUD), der Freizeitdienst, das Gästehaus, die Schulassistenz und die Assistenz beim Wohnen. „Die Lebenshilfe bietet ganz konkrete Lösungen, die es den Betroffenen ermöglichen, in hohem Maße selbst über ihr Leben zu bestimmen. Ich finde es zum Beispiel bemerkenswert, wie im Rahmen des Freizeitprogramms den Betroffenen mithilfe ‚einfacher Sprache‘ und Bildkartensystemen die Teilhabe ermöglicht wird“, meinte Christina Jantz.

Oliver Geweke, Bereichsleiter der Offenen Hilfen, sieht in der Harmonisierung von Standards eine der größten Herausforderungen bei der Verwirklichung der Inklusion. Ziel müsse die flächenübergreifende Qualitätssicherung der Teilhabeleistungen sein. „Zurzeit gibt es in den verschiedenen Landkreisen selbst innerhalb eines Bundeslandes unterschiedliche qualitative Regelungen“, beklagte Geweke. „Außerdem muss die Weiterentwicklung der Eingliederungshilfe und der Leistungen aus Sicht der Betroffenen vorangebracht werden, nicht aus der Perspektive von Funktionären oder Institutionen.“

Michael Grashorn (l.), pädagogischer Leiter und Oliver Geweke, Leiter der Offenen Hilfen, informierten Christina Jantz

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