Übernahme aus der Verdener-Aller-Zeitung vom 29.09.2014

„Jedes Kind hat eine Sprache“ das ist schon seit 20 Jahren das Motto des Sprachheilkindergartens der Lebenshilfe im Landkreis Verden. Mit einem fröhlichen Fest, Musik und vielen bunten Mittmach-Aktionen für Kinder wurde dies runde Jubiläum auf dem Gelände des Kinderhauses Eitze am Sonnabendnachmittag gefeiert.

 

Zum Auftakt brachten alle Festredner deutlich zum Ausdruck, dass der Sprachheilkindergarten auch im Zeitalter der Inklusion eine wichtige Rolle spielt. Von anfangs einer zu mittlerweile fünf Gruppen hätte der Sprachheilkindergarten in den vergangenen Jahren eine beachtliche Entwicklung durchgemacht. Das zeige, wie wichtig die Arbeit sei, sagte Birgit Ritz vom Aufsichtsrat. „Miteinander sprechen ist ein wichtiger Teil des Zusammenlebens. Hier stehen die Kinder im Mittelpunkt.“ Nur wenn, wie in Eitze, alle Mitarbeiter mit Herz und Verstand ihre Arbeit tun, könne sie erfolgreich sein.

Auch Ortsbürgermeisterin Anja König gratulierte zum Jubiläum und überbrachte Grüße der Stadt Verden. In dem Spruch „was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr“, stecke viel Wahrheit. Daher sei die frühe kindliche Bildung so wichtig. Das sei auch der Grund für die Entstehung des Sprachheilkindergartens gewesen. „Es geht nicht immer um entwederoder“, betonte König zudem mit Blick auf die Inklusion. Ein Vorteil der Einrichtung in Eitze sei auch, dass die Kinder hier nicht abgeschottet, sondern im Gebäude integriert seien. „Die Lebenshilfe und Eitze verbindet eine 50-jährige gemeinsame Geschichte, wir haben viele Schritte miterlebt. Wir Eitzer sind stolz darauf, dass die Keimzelle der Lebenshilfe sich hier entwickelthat. So könne man voneinander profitieren und dank des Kinderhauses gebe es eine fantastische Betreuung im Dorf.

 Sehen für den Sprachheilkindergarten eine positive Perspektive: Michael Grashorn, Aufsichtsratsvorsitzende Doris Löwe, Lebenshilfe-Geschäftsführer Jürgen Doldasinski , Brigitte Bertram, Anja König und Birgit Ritz (v.l.) FOTO: Haubrock-Kriedel

„Es ist ungewöhnlich, dass wir hier heute stehen“, fand Michael Grashorn, pädagogischer Leiter der Einrichtung. Vor über 20 Jahren habe man lange diskutiert, ob ein Sprachheilkindergarten ins integrative Konzept passt. „Doch so lange es keine bessere Einrichtung gibt, hat er Bestand, auch vor dem Hintergrund der Inklusion“, machte er deutlich. Nicht zuletzt wegen des Rückhalts der Eltern, sieht er auch weiterhin eine positive Perspektive. „Die Kinder bekommen hier ein Jahr lang komplexe Hilfe, die meisten können danach eine Regelschule besuchen, das ermöglicht Teilhabe. Ohne würden es viele Kinder nicht schaffen“, so Grashorn.

Genauso sieht das auch Bereichsleiterin Brigitte Bertram. „Wir bieten hier ein therapeutisches Setting auf Zeit, es geht nur um Sprache und Bewegung. Die Kinder werden spielerisch begleitet, bereits nach sechs bis acht Wochen sieht man erste Fortschritte. Auch später in der Schule sind die Kinder gefestigter.“

 Liedermacher Matthias Meyer-Göllner sorgte für Stimmung bei seinem jungen Publikum. FOTO: Haubrock-Kriedel

Beim Spielenachmittag drehte sich alles um „die kleine Raupe Nimmersatt“. Die Kleinen konnten sich schminken lassen oder einen Raupen-Kopfschmuck basteln. Für die Großen gab es Kaffee, Kuchen und Informationen. Für Begeisterung sorgte auch Kinder-Liedermacher Matthias Meyer-Göllner mit seinem Mitmach-Konzert.  (ahk)