Maike SanderMaike Sander hätte wahrlich besseres Wetter verdient gehabt an diesem besonderen Tag. Doch leider sollte die Radio-Moderatorin, die eben jenen Tag schon auf meiner Fahrt ins Büro  als „Dauerregen-Dienstag“ bezeichnet hatte, Recht behalten. Aber, Maike Sander ist ein positiv denkender Mensch. Und so trübte das Wetter die Stimmung keineswegs, auch, wenn die Feierlichkeiten kurzerhand wetterbedingt in die Innenräume verlegt werden mussten. Michael Grashorn begann seine Würdigung damit, dass er sich für ihr Engagement, ihre hohe Fachlichkeit und ihre Ausgeglichenheit bedankte, die wie ein guter Geist diese Lebenshilfe „durchwabert“.

Viele (ehemalige) Weggefährten waren gekommen, um sich persönlich von Maike Sander zu verabschieden. Eltern, Mitarbeiter und viele „ihrer Schützlinge“ hatten den Weg  in die Kita nach Bierden gefunden. „Ich habe 37 Jahre und fünf Monate für diese Lebenshilfe arbeiten dürfen und ich bin jeden Tag gern zur Arbeit gekommen“, sagte Maike Sander, sichtlich gerührt. Und ergänzte: „Mir ist immer ein Aufkleber der Lebenshilfe in Erinnerung geblieben. „Wir brauchen viel mehr Menschlichkeit“ stand darauf. Dieses Motto habe ich beherzigt und auch selbst erfahren. Solange dieses Motto Leitfaden unserer Arbeit bleibt, können wir das Leben von Menschen verbessern.“

Genau das hat Maike Sander, zusammen mit vielen anderen,  getan. Insbesondere ihr „Herzensprojekt“, die Unterstütze Kommunikation, steht beispielhaft hierfür. Michael Grashorn sagte dazu: „Mit dem hier etablierten System der Unterstützten Kommunikation hast du, zusammen mit deinen Kolleginnen und Kollegen, etwas geschaffen, was bleibt, was die Lebensqualität von unzähligen Menschen verbessert und was nachhaltig und prägend für die Lebenshilfe ist. Großartig!  Du warst stets eine Brückenbauerin, jemand, der das Gespräch mit den Eltern  und den Mitarbeiter/innen gesucht hat, ihnen Wege aufgezeigt und erklärt hat, die Brückenbauerin zwischen Theorie und Praxis.“

Natürlich gab es im Rahmen der Abschlussfeier auch Gelegenheit, sich an gemeinsame Momente zu erinnern. Dabei wurde klar, wie vielen Menschen Maike Sander „inspirierend“,  „beratend“ und „helfend“ zur Seite gestanden hat.

 Dennoch erinnerte sich Maike Sander noch gut an ihre ersten Schritte bei der Lebenshilfe und die Frage, die sie damals sehr beschäftigte: „Wie soll ich eine gute und stabile Beziehung zu Menschen aufbauen, die nicht sprechen können?“ Insofern ist es nur logisch, dass die „Pragmatikerin“ dieses Thema zu ihrem Steckenpferd machte. Heute sagt sie, „möchte ich keine einzige dieser Beziehungen missen.“

 Den emotionalsten Dank des Nachmittags erhielt sie in musikalischer Form. Zwei Mitarbeiter aus der Bienen- und Igel- Gruppe, Tina Rex und  Bastian Siebert hatten zur Melodie von Leonard Cohens „Halleluja“ den Text „Danke Maike“ geschrieben. Schöner können wir auch nicht „Danke für alles“ sagen und wir freuen uns schon jetzt auf das Interview für die nächste „Perspektiven“-Ausgabe. Bis bald und alles Gute! Hoffentlich findest du jetzt mehr Zeit, deiner Leidenschaft für Musik, Natur und Kultur zu frönen.