Übernahme einer Pressemitteilung des Lebenshilfe Landesverbandes NDS von 08.03.2020

Morgen kommt die Niedersächsische Landesregierung zusammen und berät über die Novellierung des Niedersächsischen Kindertagesstätten-Gesetzes.

Die Lebenshilfe Niedersachsen kritisiert den geplanten Entwurf des Gesetzes in aller Deutlichkeit und fordert, dass jetzt qualitative Verbesserungen in der frühkindlichen Bildung um-zusetzen sind. Seit 27 Jahren warten Eltern, pädagogische Fachkräfte und Trägerverbände auf eine lange versprochene, umfassende Qualitätsoffensive und auf ein zeitgemäßes Kindertagesstätten-Gesetz.

Landesgeschäftsführer der Lebenshilfe Niedersachsen Frank Steinsiek sagt dazu: „Der Gesetzentwurf enthält keine wirkliche Weiterentwicklung der Qualität in Kindertagesstätten und eröffnet keine neuen Chancen auf Teilhabe für Kinder mit Beeinträchtigungen! Der Entwurf entspricht damit in weiten Teilen nicht den heutigen Realitäten in Kindertagesstätten“. Der Gesetzgeber verpasst mit seinem Entwurf die Chance, die rechtlichen Rahmenbedingungen umfassend weiterzuentwickeln und neu zu gestalten.

So sehen sich Kindertageseinrichtungen zahlreichen Herausforderungen und Veränderungen gegenüber. Neben der Umsetzung von Inklusion, Sozialraum- und Lebensweltorientierung sowie der Begleitung von Familien in unterschiedlichsten Situationen müssen sich die Kindertagesstätten mit veränderten Ansprüchen und steigenden Bedarfen von Kindern und Familien auseinandersetzen. Diese wichtige Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungs-arbeit wird mit diesem Entwurf weder abgebildet oder gewürdigt, noch ist er wegweisend für die zukünftigen Herausforderungen, so das Fazit.

Die Lebenshilfe Niedersachsen fordert für ein modernes und wegweisendes Kindertages-stätten-Gesetz folgende Nachbesserungen:

  • Inklusion und Teilhabe von Kindern mit Beeinträchtigung voranbringen:
  • verlässliche Aussagen und Perspektiven zur Gestaltung der Inklusion in Kindertagesstätten.
  • Wunsch- und Wahlrecht der Erziehungsberechtigten auf inklusive Bildung, Erziehung und Betreuung.
  • Flexible Strukturen wie z.B. kleine Gruppen, damit alle Kinder zu ihrem Recht kommen können.
  • Strukturqualitäten stärken und ausbauen:
  • Deutliche Verbesserung des Fachkraft-Kind-Schlüssels durch die stufenweise Einführung der dritten Kraft in Kindergartengruppen.
  • Den gegenwärtigen und zukünftigen Aufgaben tatsächlich gerecht werdende Verfügungs- und Leitungszeiten.
  • Sichergestellte Fortbildung und Fachberatung - Gute Qualität braucht Bildung und Beratung – diese braucht Zeit und muss finanziert sein!
  • Sicherstellung der fachlichen Standards beim pädagogischen Personal.