Übernahme aus den Verdener Nachrichten vom 06.05.2013

Die Lebenshilfe versteht sich als Fach- und Trägerverband für Menschen mit geistigen Behinderungen und ihren Familien. Anlässlich des 50-jährigen Bestehens im Landkreis Verden veranstaltete die Selbsthilfevereinigung eine Rocknacht mit lokalen Musikbands, bei der Menschen mit und ohne geistige Behinderungen zusammen feierten.

Geh’ zur Probe von ,Hau drauf‘, hau mal wieder richtig rein, lass die Sau mal richtig raus!“, schmetterte es am Freitagabend durch die Räume des Jugendzentrums an der Lindhooper Straße. Auf der Bühne standen die neun Musiker der besungenen Band „Hau drauf“, die vor mehr als zehn Jahren vom Freizeitdienst der Lebenshilfe gegründet worden war. Und es gab gute Gründe, um zu feiern Die Lebenshilfe im Landkries Verden ist 50 Jahre alt geworden. Zudem erinnerte die Rocknacht an den Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung, der in ganz Europa um den 5. Mai herum begangen wird Schon in den vergangenen zwei Jahren hatte „Hau drauf“ im Zuge dieser Aktion im Jugendzentrum gespielt, vor allem Coverversionen deutscher Rocksongs, aber auch einige selbst geschriebene Lieder. „Behinderte und Nicht-Behinderte musizieren bei uns gemeinsam“, erklärte Bandleader Oliver Geweke, der auch für die Leitung des Bereichs Offene Hilfen der Lebenshilfe Verden zuständig ist. Fünf bis zehn Auftritte habe die Band im Jahr, verteilt über ganz Norddeutschland. Am schönsten sei es, zu sehen, wie das Publikum zur Musik mitgehe, schwärmte Timo Grafe, einer der „Hau drauf“-Sänger. Und genau das passierte auch am Freitag.

 Die Band „Hau drauf“ spielte bei der Rocknacht zum 50-jährigen Jubiläum der Lebenshilfe Verden

Etwa 150 Gäste erschienen zum Auftritt der Band und belohnten die Musiker mit lautstarker Unterstützung. Zu Liedern wie „Sexy“ von Marius Müller-Westernhagen oder „Dieses Leben“ von Juli sangen, klatschten und tanzten die Besucher ausgelassen. Sogar einige Autogramme sollten die Hau-drauf-Mitglieder anschließend schreiben. Die Gruppe der Lebenshilfe war nicht die einzige, die sich in der Rocknacht den Besuchern präsentierte. Oliver Geweke hatte außerdem die zwei jungen Lokalbands Strandkorb und Mundane engagiert, die beide schon früher Erfahrungen im Jugendzentrum gesammelt hatten. „Sie ziehen ein anderes Zielpublikum an als wir“, wusste er zu berichten. So würden behinderte und nichtbehinderte Menschen zusammenkommen, ohne dass davon viel Aufhebens gemacht werde. „Es ist eine gute Gelegenheit für uns, bekannter zu werden und unsere Fanbase zu erweitern“, freute sich Mundane-Mitglied Dennis Wiedkte. „Außerdem macht es einfach Megaspaß, hier zu spielen.“ Spaß hatten auch die beiden Verdener Joost und Thorge, die über die Zeitung von dem Konzert erfahren und sich unter die feiernde Menge gemischt hatten. Vor allem wegen Strandkorb seien sie da, die sie seit Jahren kennen und neben denen sie schon mitihrer eigenen Band im Jugendzentrum gespielt hätten. „Wir haben sie lange nicht mehr auf der Bühne gesehen und sind gespannt, welche neuen Lieder sie in ihrem Repertoire haben“,sagte Joost. Aber auch von Hau drauf, die sie bisher noch nicht kannten, zeigten sich die beiden beeindruckt. „Das war wirklich cool.“