Übernahme aus dem „Achimer Kreisblatt vom 07.05.2013

„Ich komme aus Kooperativen“ und will nach „Inklusiven.“ Kaum auf der Bühne, verriet der fesche Jüngling mit Hut nicht nur, woher er kam, sondern auch die Zielrichtung. „Aber, es ist schwer allein zu reisen, wenn man den Weg nicht kennt“, bat dieser „Karl Klug“ die Schaulustigen um Unterstützung bei dem Vorhaben. Und dann erlebten alle gestern im Kasch unter dem Titel „Die Weltverbesserer“ ein kunterbuntes Theaterprojekt mit den Allerkleinsten.

Karl Klug und seine Mitstreiter aus dem Bierdener Hort nahmen das Publikum im Kasch mit auf eine spannende Reise 

Zuvor hatte Doris Löwe, Vorsitzende der Lebenshilfe im Landkreis Verden, die Besucher im vollen Blauen Saal begrüßt. Auch diese Veranstaltung in der Reihe „Wunderwandelbar“ anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Elternvereins solle das „gemeinsame Ziel“ vor Augen führen: „Wir wollen von der Kooperation zur Inklusion“, betonte Löwe. Anders ausgedrückt: Mit dem Projekt, bei dem Kinder von der Krippe bis zum Hort mitmischen, will die Lebenshilfe die Öffentlichkeit für Gleichberechtigung und Teilhabe aller Menschen in der Gesellschaft sensibilisieren. Und gleichzeitig ihre Schützlinge durch diese Art des spielerischen Lernens in ihrer Persönlichkeit fördern.

 

Die Profis vom Theaterwerk Albstedt haben sich mit dafür ins Zeug gelegt. Löwe dankte Kathrin Busch, Corinna Schmelter-Pourian und Kian Pourian für ihren Beitrag zum Gelingen von „Wunderwandelbar – Theaterund Inklusion in Achim“. Zusammen mit den Pädagoginnen in den Lebenshilfe-Einrichtungen in Baden und Bierden hatten sie die Kinder auf ihren Einsatzauf der Bühne vorbereitet, ihnen kleine Sprechrollen, Aktionen und Schritte beigebracht.

Zauberhaft, was gestern an meist mit Musik untermaltem Theater im Blauen Saal zu erleben war. „Von einsam zu gemeinsam“, lautete das Motto der Bierdener Rabengruppe, die feststellte, „dass man im Leben auch neue Familien finden kann“. Die Bierdener Igelkinder wiederum zeigten, dass jede Jahreszeit ihre Besonderheiten hat „und sie als Kreislauf miteinander funktionieren“. Quintessenz hier: „Von Nebeneinander zu Miteinander“.

 Hier ist die Biedener Rabengruppe auf der Bühne in Aktion

Und heute, von 10 Uhr an, werden im Kasch weitere junge Akteure dem Publikum sicher ein ähnlich anrührendes Programm bieten. Die insgesamt zehn Stücke gestern und heute mit den behinderten und nicht behinderten Kindern aus der Kita Bierden und der Badener Kita Paletti sowie den zwei Hortgruppen in Bierden und Baden sollen ein klein wenig „die Welt verbessern“.

„Es braucht einen, der aufsteht, einen, der eine Idee hat, einen, der sichtraut. Der etwas anders macht, etwas neu erfindet, der einen Traum hat. Denn es lohnt sich, für seinen Traum zu kämpfen, und es macht glücklich, die Welt gemeinsam bunter zu gestalten“, formuliert die Jubiläum feiernde Lebenshilfe dazu.

Karl Klug und weitere Darsteller aus dem Bierdener Hort nahmen das Publikum gestern mit auf eine eindrucksvolle Reise von der Kooperation zur Inklusion. Fazit am Ende: „Es macht Spaß, verschieden und bunt zu sein.“

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