Übernahme aus der Verdener-Aller-Zeitung vom 06.03.2014

 „Probieren geht über Studieren“, sagt Carsten Behrens. „Ich male gerade die Nordsee, da war ich mal im Urlaub.“ Er ist einer von sechs Teilnehmern des Kunstkurses des Freizeitdienstes der Lebenshilfe Offene Hilfen. Das Besondere: Bei diesem Kurs kann jeder Teilnehmen, ob mit Behinderung oder ohne.

 

Einmal in der Woche treffen sich die Kunstinteressierten, zwei Betreuerinnen und eine Kunsttherapeutin und malen, bearbeiten Speckstein, formen Tonskulpturen. Vier Treffen liegenschon hinter ihnen, zwei folgen noch. Dieser Kurs wird durch Spenden finanziert, unter anderem durch die Aktion „Mischmasch“, wo Nutzer des Freizeitdienstes mit dem Team der Pizzeria Davide kochten und servierten.

Um 16 Uhr kommen alle in der Küche in den Räumen der Lebenshilfe an der Lindhooper Straße zusammen. In den kommenden drei Stunden geht es um Kunst und darum, gemeinsam Spaß zu haben. Erst einmal gibt es Tee und Kekse und es wird geplaudert. Kunsttherapeutin Antje Wehland legt verschiedene Bücher zur Inspiration auf den Tisch. Teilnehmerin Marion Kurk blättert in einem davon: „Das erholt mich immer hier, ich mache sehr gerne etwas mit Speckstein und Ton, die Bilder von Hundertwasser finde ich besonders schön, und jetzt ist ja auch gerade eine Picasso-Ausstellung in Bremen.“

 Haben Spaß an Kreativität: Janka Löwe, Ariana Kaeß (vorne v.l.), Carsten Behrens, Marion Kurk Antonia Ritz, und Petra Coors (hinten v.l.) FOTO: Grasekamp


Auch Petra Coors genießt diese wöchentliche Auszeit: „Das Besondere an diesem Kurs ist für mich, dass es hier nicht um Leistung oder ums Produzieren geht, sondern ich bin einfach nur hier.“ Genauso geht es Janka Löwe: „Ich bin froh, dass dieser Kurs endlich wieder angefangen hat.“

Nachdem alle in Ruhe ihren Tee ausgetrunken haben, geht es in den Kunstraum. Hier sucht sich jeder sein Bild und malt weiter oder fängt etwas Neues an. „Ich glaub‘ ich mache heute eine Katze aus rotem Ton“, sagt Marion Kurk und legt sofort los. Antonia Ritz legt derweil eine Luftpolsterfolie auf ihr schon gemaltes Bild. Da fragt Betreuerin Monica Diaz Alonso-Pomian vom Freizeitdienst lieber nochmal bei der Kunsttherapeutin nach: „Ist das richtig so, wie Antonia das macht?“ Antje Wehland antwortet prompt: „Sie will das so, also soll sie das so machen“. Bei diesem Kurs gibt es keine Vorgaben, nur Inspiration und Hilfestellungen.

 Weitere Kunst-Angebote sind geplant, Termine stehen aber nicht fest. (sig)