Übernahme einer Pressemitteilung vom Niedersächsichen Landesverband der Lebenshilfe

Der Protest in Niedersachsen hat den Einstieg in die 3. Kraft in Kindertagesstätten möglich gemacht. Doch wird das ausreichen? Für die Lebenshilfe
Niedersachsen ist der Einstieg in die 3. Kraft in Kindertagesstätten ein erster Schritt. Der Landesgeschäftsführer der Lebenshilfe Niedersachsen Frank Steinsiek sagt dazu: „Wir begrüßen den Einstieg in die 3. Kraft, auch wenn die Einführung erst im Jahr 2027 erfolgen wird. Es gilt aber weiterhin, dass die Qualität in der frühkindlichen Bildung verbessert werden muss.“

Die Lebenshilfe Niedersachsen kritisiert auch den neu vorgeleg-ten Entwurf des Gesetzes zur Neugestaltung des niedersächsischen Rechts der Tages-einrichtungen für Kinder und der Kindertagespflege.Der Landesgeschäftsführer der Lebenshilfe Niedersachsen Frank Steinsiek sagt dazu: „Leider hat die breite Kritik an dem vorherigen Entwurf und die berechtigten Forderungen zur Weiterentwicklung der Qualität in Kindertagesstätten nicht dazu geführt, dass hier wesentliche Veränderungen vorgenommen wurden.

Liegt die Sieben-Tage-Inzidenz in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt unter 100, gilt in Kindertagesstätten das Szenario B - eingeschränkter Regelbetrieb.

Das heißt: Die Kitas sind für alle Kinder geöffnet, die Gruppen dürfen sich aber nicht mischen

Die aktuelle Situation der Corona-Sieben-Tage-Inzidenz von über 100 im Landkreis Verden und der damit verbundenen Verordnungen zwingt uns zu folgenden Maßnahmen ab dem 15. April 2021

Regel-Kitas und Horte wechseln ab sofort bis auf Weiters in das so genannte "Szenario C" . Das Bedeutet, dass es aus Infektionsschutzgründen lediglich eine Notbetreuung in kleinen Gruppen unter Einhaltung der aktuellen Corona-Bestimmungen geben darf. In der können die Kinder berücksichtigt werden, bei denen mindestens ein Erziehungsberechtigter in betriebsnotwendiger Stellung in einem Berufszweig von allgemein öffentlichem Interesse tätig ist, die zum kommenden Schuljahr schulpflichtig werden oder bei denen ein Sprachförderbedarf besteht.

Bei den Sprachheilkindergärten und den Heilpädagogischen Kindergärten  läuft unter Einhaltung der „Corona-Regelungen“ der Regelbetrieb weiter!

Wir bitten darum, dass erkrankte Kinder (Husten, Schnupfen, erhöhte Temperatur) nicht zur Betreuung gebracht werden, um das Infektionsrisiko zu minimieren.

Bei Rückfragen können Sie bei den jeweiligen Einrichtungsleitungen stellen.

Da der Landkreis Verden nun mehrere Tage eine Corona-Inzidenz von über 100 verzeichnet, gilt ab heute eine neue Verordnung des Landkreises. Für die Offenen Hilfen bedeuten die neuen Regelungen:

  • Schulassistenzen können weiter im Homeschooling unterstützen
  • Angebote des Freizeitdienstes sind bis Ende Juli abgesagt. Alternative Angebote über die Homepage und für den Schülertreff gibt es das Corona – konforme Angebot: Hörspiel
  • Gästehaus ist weiter geschlossen
  • Assistenz beim Wohnen und Familienunterstützender Dienst (FUD) laufen, selbstverständlich unter Wahrung von Schutzmaßnahmen, unverändert weiter

 

Ab voraussichtlich der KW 15 (beginnend mit dem 12.04.21) können alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sowie Ehrenamtliche 2x wöchentlich einen `Spuck-Selbst-Test´ durchführen. Empfohlen wird zum Wochenbeginn und in der Wochenmitte eine Testung vorzunehmen oder anlassbezogen z.B. wenn man aus dem mobilen Arbeiten an den Standortarbeitsplatz geht. Weiterhin haben Springerkräfte und Angehörige der Risikogruppe, die Möglichkeit, zusätzlich einen PoC-Antigentest durchführen zu lassen. Das Prozedere hierfür bleibt unverändert.

Nachdem Kita-Mitarbeiter und Lehrer in der Impfreihenfolge nun zur Gruppe zwei aufgerückt sind, erwartet auch die Lebenshilfe im Landkreis Verden e.V. in Kürze weitere Verfahrensanweisungen und hofft auf die ersten Impfdosen. Derzeit werde zwar im Landkreis noch die Prioritätsgruppe 1 geimpft, die Vorbereitungen für Gruppe 2 sind aber bereits parallel dazu angelaufen. „Wir gehen derzeit davon aus, dass neben den Mitarbeiter*innen unserer Kitas auch die Beschäftigten der Likedeeler Schule eingeschlossen werden können. Wir sind zuversichtlich, den berechtigten Mitarbeiter*innen, sobald der Landkreis das weitere Procedere erläutert hat, zeitnah ein freiwilliges Impfangebot unterbreiten zu können“, betont der Vorstand der Lebenshilfe Verden.

Jeder Mitarbeiter erhält künftig 1x pro Woche einen kostenlosen „Spuck-Selbst-Test“, der vor Arbeitsbeginn zu Hause oder in der Einrichtung durchgeführt werden kann. Jeder dieser Tests muss entsprechend dokumentiert werden. Mitarbeiter, die zu Risikogruppen gehören oder ein erhöhtes Risiko am Arbeitsplatz haben, weil sie die Kohorten wechseln (Springerkräfte) erhalten zusätzlich die Möglichkeit, einen kostenfreien Antigen-Schnelltest pro Woche durchzuführen. Dieses Angebot kann standortabhängig noch durch kommunale Maßnahmen flankiert werden.

„Mit diesen neuen Möglichkeiten bekommen wir einen weiteren Baustein für den Schutz unserer Mitarbeiter und Kunden an die Hand“, freuen sich Antje Jordan und Dr. Eva Berns, Vorstand der Lebenshilfe im Landkreis Verden im Landkreis Verden e.V.

Die Lebenshilfe im Landkreis Verden e.V. ist Teil des breiten Widerstandes, der sich aktuell gegen den Entwurf zur Novellierung des Niedersächsischen Kita-Gesetzes formiert. Ausdruck findet die Ablehnung in Form von Postkarten, die an das zuständige Ministerium geschickt werden sollen. Nach Angaben des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Niedersachsen haben sich bereits über 10.000 von ihnen auf den Weg gemacht, einige auch aus Verden. Wer seinen Protest gegen den vorliegenden Entwurf noch zum Ausdruck bringen möchte, findet hier eine Vorlage zum Ausdrucken oder kann bedruckte Karten in unseren Kitas bekommen. Gemeinsamer Einsatz für gute Bildung unserer Kinder!

Die Veranstaltungen des Freizeitdienstes fallen aufgrund der aktuellen Corona-Lage bis zum Ende der Osterferien aus. Wir werden Sie und Euch rechtzeitig informieren wie es nach Ostern weitergeht. Bleibt gesund! Wir alle freuen uns auf ein Wiedersehen, sobald dies möglich ist!

Seit 1993 definiert das Gesetz über Tageseinrichtungen für Kinder Mindestanforderungen an die Strukturqualität von Kindertageseinrichtungen in Niedersachsen. Änderungen sind in der Vergangenheit lediglich punktuell vorgenommen worden.

In der Zwischenzeit sehen sich Kindertageseinrichtungen zahlreichen Herausforderungen und Veränderungen gegenüber. Neben der Umsetzung von Inklusion, Sozialraum- und Lebenswelt- orientierung, sowie der Begleitung von Familien mit Fluchterfahrungen müssen sich die Kindertagesstätten mit veränderten Ansprüchen und Bedarfen von Familien auseinandersetzen und sich als Akteure in der niedersächsischen Bildungslandschaft stetig weiterentwickeln.

In der jetzt vorliegenden Entwurfsfassung der Landesregierung sehen wir keine Weiterentwicklung der Qualität in Kindertagesstätten. In Teilen kann aus unserer Sicht sogar vielmehr von einer Absenkung der Qualität gesprochen werden.